Beim Durchschauen des Blogs ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nichts über Aarhus geschrieben habe. Ihr wisst schon detailiert, wie es in der Umgebung hier und überhaupt so in Dänemark aussieht und dass es hier in Aarhus Strände gibt, an denen man nett spazieren gehen kann und eine Uni, die mich gut beschäftigt, aber noch nicht, wie die Stadt selbst eigentlich aussieht, in der ich da gelandet bin. Also mach ich nun mal den virtuellen Touriguide und erzähl und zeig euch ein bisschen von Aarhus.
Manch einer wird sich vielleicht gefragt haben: Hä? Aarhus? Wo is das überhaupt? Darum: Aarhus liegt in der Mitte von Jütland - das ist das dänische Festland - und wie gesagt an der Ostsee. Aarhus ist nach Kopenhagen - klar - die zweitgrößte Stadt in Dänemark, was aber nicht ganz so viel heißen soll. Nur etwa 300 000 Menschen wohnen hier, also etwa so viele wie in Münster. Das ist aber nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen diesen beiden Städten. Auch die Studenten- und Fahrraddichte ist ziemlich identisch. Aarhus ist eine uddannelseby - eine Ausbildungsstadt. In Dänemark gibt es nämlich nicht in jeder zweiten Stadt eine Uni, sondern nur in 7 größeren Städten (was aber wohl auch daran liegt, dass es gar nicht mehr größere Städte gibt). In Aarhus gibts neben der großen Uni dazu gleich noch ein paar andere spezielle Hochschulen für Wirtschaft, Journalismus, Theater usw, und daher auch mehr als 40 000 Studenten.
Und Fahrräder… die gibts wohl mehr als es Einwohner gibt und die Bedingungen - wenn man von den fiesen Hügeln mal absieht - sind entsprechend: Breite Fahrradwege überall und Fahrradampeln (die haben sogar ne Orangephase, wie toll!) überall. Deshalb fahren hier auch alle bei Wind und Wetter Fahrrad. Blöd ist nur, dass auf den Fahrradwegen auch motorisierte Fahrzeuge wie Mofas und Roller fahren, die man erst bemerkt, wenn sie schon in einem Affenzahn an einem vorbeirasen. Saugefährlich, und hoffentlich werde ich auch die letzten Wochen noch heile überstehen.
Zum Charakter der Stadt kann ich eigentlich nur die PR-Menschen der Stadt zitieren, die Aarhus liebevoll als “verdens mindste storby” bezeichnen: Die kleinste Großstadt der Welt. Wie man das auch auslegt, es ist wahr. Zum einen ist Aarhus als zweitgrößte Stadt Dänemarks wohl schon als Großstadt zu bezeichnen, trotzdem ist sie aber noch übersichtlich und “hyggelig”. Fast überall kommt man mit dem Rad hin und obwohl ich als Austauschstudentin fast niemanden kenne, sieht man überraschenderweise in der Stadt oder auf dem Weg zur Uni des Öfteren bekannte Gesichter.
Andererseits bietet das für deutsche Verhältnisse schon fast provinzielle Städtchen doch alles, was man sich von einer Großstadt wünschen kann, wirtschaftlich bis kulturell: Vom internationalen Containerhafen zum weltbekannten Kunstmuseum. Beim Stichwort ‘kulturell’ muss ich wohl auch noch die Festuge erwähnen, die hier wohl unter den ganzen Urlaubsberichten untergegangen ist. Die Festuge ist die Festivalwoche, die hier einmal im Jahr im September stattfindet und zu der dann 10 Tage Trara in der ganzen Stadt ist: Musik, Theater, Tanz und Kunst. Wer international Bekanntes war zwar - bis auf das Eröffnungskonzert von The Police im Stadion - nicht zugegen aber sicher was national Bekanntes?! Keine Ahnung, interessant wars aber allemal.








